Trainer-Leitfaden · Teil 03

Regelwerk
von G bis A

Du übernimmst eine neue Mannschaft und fragst Dich: Was gilt hier eigentlich anders als in der Altersklasse davor? Diese Seite beantwortet das — Spielform, Feldmaße, Spielzeit, Wechsel, Abseits und der Einsatz von Spielern zwischen D1, D2 und D3. Stand: August 2026 · Saison 2026/27 · Kreis Rheingau-Taunus.


Wozu diese Seite

Erst nachschlagen,
dann diskutieren

Die meisten Streitfälle am Spielfeldrand entstehen nicht aus bösem Willen, sondern weil zwei Trainer unterschiedliche Regelstände im Kopf haben. Im Kinderfußball ändert sich derzeit viel: Die E-Jugend wechselt gerade von 7:7 auf 6:6, F und G spielen längst keine Meisterschaften mehr. Hier steht, was in der Saison 2026/27 tatsächlich gilt.

Der Kern

Was Du für Deine Altersklasse wissen musst, um ein Spiel korrekt zu bestreiten.

Der Übergang

Was sich gegenüber der jüngeren Altersklasse geändert hat — das übersieht man am ehesten.


01 — Überblick

Alle Altersklassen
auf einen Blick

Saison 2026/27. Die Jahrgänge richten sich nach dem Kalenderjahr, in dem die Saison beginnt — also 2026. Ein Stichtag innerhalb des Jahres existiert nicht, es zählt allein das Geburtsjahr.

Klasse Spielform Spielfeld Spielzeit Ball Abseits Rückpass
G / U72020 und jünger 3:3 auf 4 Mini-Tore
ohne Torwart
25 × 20 m max. 7 Min. je Spiel
bis 7 Runden, ca. 3 Min. Pause
Größe 3
290 g
nein entfällt
F / U92018 · 2019 4:4 auf 4 Mini-Tore
oder 5:5 mit Torwart
40 × 25 m max. 10 Min. je Spiel
bei Einzelspielen 2 × 20 oder 3 × 15
Größe 3 oder 4
290 g
nein nein
E / U112016 · 2017 6:6 inkl. Torwart
Liga noch 7:7, letzte Saison
50 × 30 m
7:7 ca. 55 × 35 m
4 × 15 oder 2 × 25 Min.
Liga 7:7: 2 × 25 Min.
Größe 4
290 oder 350 g
nein ja
D / U132014 · 2015 9er oder 7er
mit Torwart
9er ca. 68 × 50 m
7er ca. 65 × 50 m
2 × 30 Min. Größe 4 oder 5
350 g
ja ja
C / U152012 · 2013 11er, Großfeld Großfeld 2 × 35 Min. Größe 5410–450 g ja ja
B / U172010 · 2011 11er, Großfeld Großfeld 2 × 40 Min. Größe 5410–450 g ja ja
A / U192008 · 2009 11er, Großfeld Großfeld 2 × 45 Min. Größe 5410–450 g ja ja

Ballgrößen im Detail. Die Größen und Gewichte für D bis G legt der HFV verbindlich fest. Ab der C-Jugend wird mit dem normalen Spielball gespielt, dessen Maße in den Fußballregeln stehen.

Klasse Größe Umfang Gewicht Typ
A / U19568–70 cm410–450 gMatchball, volles Gewicht
B / U17568–70 cm410–450 gMatchball, volles Gewicht
C / U15568–70 cm410–450 gzu Saisonbeginn oft noch Leichtball 350 g
D / U134 oder 563,5–69 cm350 gLeichtball
E / U11463,5–66 cm290 oder 350 gLeichtball
F / U93 oder 460–66 cm290 gLeichtball
G / U7360–62 cm290 gLeichtball
Woher die Zahlen stammen: Größen und Gewichte für D bis G sind in den HFV-Durchführungsbestimmungen verbindlich festgelegt. Für Größe 5 gelten die offiziellen Fußballregeln, Regel 2: Umfang 68 bis 70 cm, Gewicht 410 bis 450 g bei Spielbeginn. Ab der D-Jugend regelt die DFB-Jugendordnung die Ballgröße nicht mehr selbst — verbindlich ist dort allein der Landesverband. Die Umfangsangaben für die Größen 3 und 4 folgen der Handelsnorm der Hersteller; in den Ordnungen steht nur „Größe X mit Y Gramm“. Im Zweifel gilt: Was der Schiedsrichter zulässt, ist Sache der Größen- und Gewichtsangabe, nicht des Umfangs.

Ebenfalls einheitlich

Was in allen Altersklassen gleich ist

  • Ein Spiel pro Tag. Weder eine Mannschaft noch ein einzelnes Kind darf an einem Tag zwei Spiele bestreiten. Die Reihenfolge ist egal. Einzige Ausnahme: Junioren mit einer Spielberechtigung für eine Senioren- oder Frauenmannschaft, wenn sie dieses Spielrecht wahrnehmen.
  • Wechseln: In den Altersklassen A bis D sowie bei den E-Junioren in Pflichtspielrunden dürfen bis zu fünf Spieler aus- und wieder eingewechselt werden. In der Verlängerung kommen keine weiteren dazu.
  • Mindeststärke bei Anpfiff: 7 Spieler bei 11er-, 6 bei 9er-, 5 bei 7er-Mannschaften. Wird die Zahl im laufenden Spiel unterschritten, bricht der Schiedsrichter ab — gewertet wird mindestens 0:3 gegen die betroffene Mannschaft.
  • Handshake ist in allen Altersklassen der neuen Wettbewerbsformen — also G, F und E — verpflichtend.
  • Digitaler Spielerpass im gesamten Spielbetrieb, auch bei Spielfesten, Freundschaftsspielen und Turnieren.

02 — Der Sprung nach oben

Du bist jetzt in der D —
was hat sich geändert?

Sechs Übergänge, jeweils nur das Wesentliche. Wenn Du eine Mannschaft neu übernimmst, reicht der passende Block, um die groben Fehler zu vermeiden.

G-JugendF-Jugend U7 auf U9
Spielform
4:4 statt 3:3 auf vier Mini-Tore. Neu: alternativ 5:5 mit Torwart auf Jugendtore, deren Höhe auf 1,65 m abgehängt wird — für viele Kinder das erste Spiel mit echtem Torwart.
Spielfeld
40 × 25 m statt 25 × 20 m
Spielzeit
max. 10 Minuten je Spiel statt 7
Bleibt gleich
Rotationsprinzip, 6-Meter-Schusszone bei den Mini-Toren, kein Abseits, keine Tabellen, kein Schiedsrichter, Auffüllregel ab drei Toren Rückstand.
F-JugendE-Jugend U9 auf U11
Spielform
6:6 inklusive Torwart auf Jugendtore. Der Torwart ist jetzt fester Bestandteil, nicht mehr optional.
Spielfeld
50 × 30 m statt 40 × 25 m. Der Strafraum bleibt 8 m tief und 15 m breit.
Spielzeit
4 × 15 oder 2 × 25 Minuten statt kurzer Spielrunden von 10 Minuten
Rückpassregel
Gilt ab jetzt. Das ist die Regeländerung, die im ersten Spiel am häufigsten übersehen wird. In der F-Jugend galt sie noch nicht.
Einwurf
Richtiger Einwurf mit den Händen. In F und G wurde der Ball eingepasst oder eingedribbelt.
Torerzielung
Tore zählen nur ab der Mittellinie. Wer in der F-Jugend bereits 5:5 gespielt hat, kennt das — beim 4:4 auf Mini-Tore galt dagegen noch die 6-Meter-Schusszone.
Drumherum
Elektronischer Spielbericht ist Pflicht. Schiedsrichter können angesetzt werden. Der Kreispokal steht offen. Im 6:6 werden Ergebnisse und Tabellen weiterhin nicht im DFBnet veröffentlicht — in der Kreisliga im 7:7 dagegen schon.
E-JugendD-Jugend U11 auf U13
Der große Sprung
Von allen Übergängen ist dieser der größte. Aus dem Kinderfußball wird echter Wettkampf: Tabelle, Auf- und Abstieg, Schiedsrichter, Pokal.
Spielform
9er — in der untersten Kreisklasse auch 7er. statt 6:6
Spielfeld
ca. 68 × 50 m beim 9er, ca. 65 × 50 m beim 7er. Strafraum 29 × 12 m, Strafstoßpunkt bei 8 m. statt 50 × 30 m
Abseits
Gilt ab jetzt. In E, F und G ist die Abseitsregel ausdrücklich aufgehoben — ab der D-Jugend nicht mehr. Darauf müssen sich vor allem die Abwehrspieler erst einstellen.
Spielzeit
2 × 30 Minuten statt 4 × 15 oder 2 × 25
Ball
Größe 4 oder 5 mit 350 g statt 290 oder 350 g
Rotation entfällt
Kein Rotationsprinzip mehr. Stattdessen gilt die normale Wechselregel: bis zu fünf Spieler, Wiedereinwechslung erlaubt. Damit liegt es erstmals in Deiner Hand, wer wie lange spielt — und damit auch die Verantwortung, die Einsatzzeiten fair zu verteilen.
Achtung
Weil es in der D-Jugend meist mehrere Mannschaften gibt, greift jetzt die Regel zur Spielerabgabe zwischen D1, D2 und D3 — siehe Abschnitt 04.
D-JugendC-Jugend U13 auf U15
Spielform
11er auf dem Großfeld statt 9er auf verkleinertem Feld
Strafstoß
11 m statt 8 m — und bei Entscheidungen gibt es Elfmeterschießen statt Achtmeterschießen.
Spielzeit
2 × 35 Minuten statt 2 × 30
Ball
Größe 5, voller Spielball
Mädchen
Ab der C-Jugend braucht der Einsatz einer Juniorin in einer Jungenmannschaft die schriftliche Einverständniserklärung der Eltern.
C-JugendB-Jugend U15 auf U17
Spielzeit
2 × 40 Minuten statt 2 × 35
Verlängerung
2 × 10 Minuten statt 2 × 5
Mädchen
Der Alters-Bonus entfällt: Bis einschließlich C-Junioren durften Spielerinnen ein Jahr älter sein als die Jungen, ab der B-Jugend nicht mehr. Mitspielen dürfen sie in Jungenmannschaften noch bis einschließlich B.
Playing Down
Für den jüngeren Jahrgang (U16) ist eine befristete Rückstufung bei starker Entwicklungsverzögerung möglich — dasselbe gilt in der C-Jugend für U14.
B-JugendA-Jugend U17 auf U19
Spielzeit
2 × 45 Minuten, Verlängerung 2 × 15 statt 2 × 40 und 2 × 10
Mädchen
In A-Juniorenmannschaften dürfen Juniorinnen nicht mehr mitspielen.
Senioren
Wer eine Spielberechtigung für eine Seniorenmannschaft hat, ist von der Regel „nur ein Spiel pro Tag“ ausgenommen. Das gilt auch für B-Junioren ab vollendetem 16. Lebensjahr.

03 — Steckbriefe

Die Altersklassen
im Detail

Jeweils mit dem, was für uns im Kreis Rheingau-Taunus in dieser Saison konkret gilt.

Bambini

G-Jugend · U7 · Jahrgang 2020 und jünger

Spielform

3:3

4 Mini-Tore, ohne Torwart

Feld

25 × 20 m

ca. 8 Felder auf einen Platz

Spielzeit

7 Min.

bis 7 Runden, 3 Min. Pause

Kader

4–6

1–3 Rotationsspieler

Wie gespielt wird: Ein Tor zählt nur aus der gegnerischen 6-Meter-Schusszone. Eigentore zählen immer. Anstoß, Einwurf, Abseits und Elfmeter gibt es nicht. Bei Seitenaus wird eingepasst oder eingedribbelt, auch daraus darf direkt ein Tor fallen. Ecken werden von der Schusszone ausgeführt. Abstoß und Anstoß erfolgen von der eigenen Grundlinie, die Gegner ziehen sich hinter die Mittellinie zurück. Bei Freistößen und Seitenaus müssen mindestens 3 Meter Abstand eingehalten werden.

Rotation: Nach jedem Tor wechseln beide Teams je einen Spieler in fester Reihenfolge — nicht zwingend den Torschützen. Fällt drei Minuten lang kein Tor, rotiert der Feldbetreuer manuell. Gewechselt wird an der Mittellinie, das Spiel läuft weiter.

Auffüllregel: Liegt ein Team mit drei Toren zurück, spielt es mit einem zusätzlichen Spieler, bis der Abstand wieder kleiner als drei ist.

Spielmodus: Vor dem Turnier werden die Teams nach Schulnotensystem eingeteilt (1 = sehr gut bis 6 = Anfänger). Gewinner steigen ein Feld auf, Verlierer ab — mit zwei Ausnahmen: Der Sieger auf dem höchsten Feld und der Verlierer auf Feld 1 bleiben stehen. Bei Unentschieden steigt auf, wer das letzte Tor erzielt hat, bei 0:0 entscheidet Schere-Stein-Papier.

Bei uns im Kreis

Der Kreisjugendausschuss organisiert je gemeldeter Mannschaft drei Turniere im Herbst und drei im Frühjahr. Eigene Spielfeste dürfen über die Teampunkt-App organisiert werden, aber ausschließlich im 3:3. Freundschaftsspiele sind nicht mehr möglich, Schiedsrichter werden nicht angesetzt.

Kinderfußball

F-Jugend · U9 · Jahrgang 2018 · 2019

Spielform

4:4 oder 5:5

Mini-Tore bzw. mit Torwart

Feld

40 × 25 m

beide Varianten

Spielzeit

10 Min.

bis 7 Runden

Kader

5–7

1–3 Rotationsspieler

Zwei Varianten: Beim 4:4 auf vier Mini-Tore gelten dieselben Regeln wie in der G-Jugend, nur auf größerem Feld — 6-Meter-Schusszone, kein Torwart, Rotation nach jedem Tor. Beim 5:5 wird mit Torwart auf Jugendtore gespielt, deren Höhe mit Flatterband oder Banner auf 1,65 m reduziert wird. Der Strafraum ist 8 m tief und 15 m breit, die Schusszone ist die Mittellinie. Berührt der Ball Banner oder Latte, gibt es Abstoß — unabhängig davon, wer zuletzt am Ball war.

Abseits und Rückpass gelten in der F-Jugend nicht. Bei Seitenaus wird eingepasst oder eingedribbelt, nicht eingeworfen.

Bei Einzelspielen im 5:5 sind auch 2 × 20 oder 3 × 15 Minuten zulässig.

Bei uns im Kreis

Drei Turniere im Herbst, drei im Frühjahr, organisiert vom Kreisjugendausschuss im Modus 4:4. Eigene Spielfeste über die Teampunkt-App im 4:4 oder 5:5 — der Modus muss bei der Turniermeldung angegeben werden. Keine Freundschaftsspiele, keine Schiedsrichter, keine Meisterschaft und kein Pokal. Der Spielbericht darf in Papierform geführt werden, sofern der Kreisjugendausschuss nichts anderes bestimmt.

Übergangsjahr

E-Jugend · U11 · Jahrgang 2016 · 2017

Spielform

6:6

inkl. Torwart, Jugendtore

Feld

50 × 30 m

Strafraum 8 × 15 m

Spielzeit

4 × 15

oder 2 × 25 Min.

Kader

max. 12

6 Feld + 6 Rotation

Die E-Jugend steckt mitten im Umbruch. Das 7:7 mit Meisterschaftsrunden wird in dieser Saison letztmalig ausgetragen. Ab 2027/28 wird ausschließlich im 6:6 gespielt. Deshalb entfallen in der Kreisliga bereits jetzt Auf- und Abstieg.

Regeln im 6:6: Tore zählen nur ab der Mittellinie. Die Rückpassregel gilt, Abseits nicht. Bei Seitenaus wird eingeworfen. Schiedsrichter können angesetzt werden, soweit der Schiedsrichterausschuss das leisten kann.

Wichtig für den Kader: Maximal 12 Spieler dürfen eingesetzt werden. Aus einer höheren Mannschaft darf dabei nur ein Spieler übernommen werden — wie bei 7er-Mannschaften.

Bei uns im Kreis

Die Kreisliga spielt noch 7:7 mit elf Mannschaften in Hin- und Rückrunde. Die Kreisklasse spielt Herbst- und Frühjahrsrunde im Fair-Play-Modus im 6:6 — ohne Veröffentlichung von Ergebnissen und Tabellen, der elektronische Spielbericht ist trotzdem auszufüllen. Mannschaften, die im Modus „Kinderfußball“ gemeldet sind, können eigene Festivals im 6:6 über die Teampunkt-App organisieren. Greift das Rotationsprinzip nicht, weil zu viele Rotationsspieler da sind, sollen die übrigen Kinder auf einem Nebenfeld im 2:2 oder 3:3 spielen — niemand steht nur herum.

Erster Wettkampf

D-Jugend · U13 · Jahrgang 2014 · 2015

Spielform

9er / 7er

verkleinertes Feld

Feld 9er

68 × 50 m

Strafraum 29 × 12 m

Spielzeit

2 × 30

Verlängerung 2 × 5

Strafstoß

8 m

Achtmeterschießen

Ab hier gilt Fußball nach den normalen Regeln — mit Abseits, Rückpass, Einwurf, Schiedsrichter, Tabelle und Pokal. Nur Feld, Spielerzahl und Strafstoßentfernung sind noch verkleinert. Passen die örtlichen Gegebenheiten nicht, kann der Kreisjugendausschuss Sonderlösungen festlegen; ausdrücklich erlaubt ist auch das Spiel quer in einer Spielfeldhälfte mit vorhandenen Markierungen.

Zusatzlinien für Strafräume und Außenlinien dürfen mit flachen Markierungstellern gelegt werden.

Spielbericht: Der elektronische Spielbericht muss spätestens 30 Minuten vor Anpfiff für den Schiedsrichter freigegeben sein.

Bei uns im Kreis

Kreisliga mit 12 Mannschaften im 9er-Modus. Dazu drei Kreisklassen: zwei spielen 9er mit je 8 Teams, eine spielt 7er mit 10 Teams. Für die Rangfolge zwischen unseren eigenen Mannschaften ist wichtig: Eine 7er-Mannschaft gilt gegenüber einer 9er-Mannschaft immer als untere Mannschaft.

Großfeld

C-Jugend · U15 · Jahrgang 2012 · 2013

Spielform

11er

Großfeld

Spielzeit

2 × 35

Verlängerung 2 × 5

Entscheidung

Elfmeter

nicht mehr Achtmeter

Mindeststärke

7

sonst Abbruch

Der erste Jahrgang auf dem vollen Feld. Für Spieler, die den Sprung körperlich noch nicht mitgehen, gibt es im jüngeren Jahrgang (U14) die Möglichkeit des Playing Down — siehe Abschnitt 05.

Besonderheit: C-Junioren, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, dürfen auch in A-Juniorenmannschaften eingesetzt werden — die einzige Stelle, an der zwei Altersklassen übersprungen werden dürfen.

Bei uns im Kreis

Kreisliga mit 12 und Kreisklasse mit 10 Mannschaften, jeweils Hin- und Rückrunde. Der Meister der Kreisliga steigt in die Gruppenliga auf; verzichtet er, rückt bis zum vierten Tabellenplatz nach.

Ältere Jahrgänge

B- und A-Jugend · U17 und U19

B-Jugend

2 × 40

Verlängerung 2 × 10

A-Jugend

2 × 45

Verlängerung 2 × 15

Wechsel

5

Wiedereinwechslung erlaubt

Mädchen

nur B

in A nicht mehr zulässig

Ab der B-Jugend enden die Sonderregeln des Kinder- und Jugendfußballs weitgehend. Der Pokal der A- und B-Junioren endet grundsätzlich im laufenden Kalenderjahr und wird anschließend im Hessenpokal fortgeführt.

Bei uns im Kreis

A-Junioren: eine Kreisliga mit 9 Mannschaften. B-Junioren: eine Kreisliga mit 14 Mannschaften. Jeweils Hin- und Rückrunde, Aufstiegsrecht in die Gruppenliga bis zum vierten Tabellenplatz weitergebbar.

Norweger Modell: In der untersten Kreisklasse der A- bis D-Junioren wird nach dem Norweger Modell gespielt — mit reduzierter Spielerzahl auf beiden Seiten, wenn eine Mannschaft nicht genug Spieler hat. Die Ergebnisse zählen voll für die Tabelle, aber diese Mannschaften können nicht aufsteigen und nicht am Pokal teilnehmen. Wer am Kreispokal teilnehmen will, muss auf das Modell verzichten.

04 — Der häufigste Fehler

Spielerabgabe
und Festspielen

Wenn ein Verein mehrere Mannschaften einer Altersklasse hat, gilt § 8 der HFV-Jugendordnung. Ein Verstoß kostet nicht nur Geld, sondern das Spiel: 15 bis 30 Euro Strafe und Spielverlust, gewertet mit 3:0 für den Gegner. Deshalb lohnt es sich, diesen Abschnitt einmal richtig zu lesen.

Grundregel 1

Nach unten: nur eine Stufe, und nur begrenzt viele

Spieler, die im unmittelbar vorausgegangenen Pflichtspiel einer höheren Mannschaft derselben Altersklasse eingesetzt waren, dürfen nur eine Stufe nach unten wechseln. Ein D1-Spieler darf also in der D2 aushelfen, aber nicht in der D3.

Die Anzahl richtet sich nach der Sollstärke der unteren Mannschaft:

11er-Mannschaft

max. 3

A, B, C

9er-Mannschaft

max. 2

D9

7er-Mannschaft

max. 1

D7, E

Hallenrunde

max. 1

ein Spieltag = ein Spiel

Grundregel 2

„Eingesetzt“ heißt: tatsächlich gespielt

Als eingesetzt gilt nur, wer laut Schiedsrichterbericht in der Startformation stand oder wirklich eingewechselt wurde. Wer nur auf dem Spielbericht steht und auf der Bank sitzen bleibt, zählt nicht mit — und darf am nächsten Wochenende uneingeschränkt unten spielen.

Das ist die praktisch wichtigste Feinheit der ganzen Regelung: Du darfst einen Spieler bedenkenlos auf dem Bericht der ersten Mannschaft führen, solange er nicht aufs Feld kommt.

Grundregel 3

Nach oben: unbegrenzt

In die höhere Mannschaft dürfen beliebig viele Spieler aus einer unteren Mannschaft hochgezogen werden. Es gibt keine Zahlengrenze — die D1 darf also so viele D2-Spieler holen, wie sie braucht.

Grundregel 4

Festgespielt nach sechs Rückrundeneinsätzen

Wer in mehr als fünf Rückrundenspielen einer höheren Mannschaft eingesetzt war, darf in den letzten vier Meisterschaftsspielen der unteren Mannschaft sowie in Entscheidungs- und Relegationsspielen nicht mehr mitwirken. Bis einschließlich fünf Einsätze oben ist alles unproblematisch.

Maßgeblich ist die in der Rundenbesprechung festgelegte Terminliste. Nachholspiele für zuvor ausgefallene Partien zählen nicht zu den „letzten vier“.

Bei Spielmodellen ohne klassische Hin- und Rückrunde gilt die zweite Hälfte der Spielzeit als Rückrunde.

Rechenbeispiel D1 · D2 · D3

Unsere D1 spielt Kreisliga im 9er, die D2 Kreisklasse im 9er, die D3 Kreisklasse im 7er. Am Samstag spielt die D1, am Sonntag D2 und D3.

Erlaubt: Von den Spielern, die am Samstag für die D1 auf dem Feld waren, dürfen am Sonntag zwei in der D2 spielen — die D2 ist eine 9er-Mannschaft. In der D3 dürfen sie gar nicht spielen, denn das wäre zwei Stufen nach unten.

Ebenfalls erlaubt: Von den D2-Spielern, die zuletzt gespielt haben, darf einer in der D3 aushelfen — die D3 ist eine 7er-Mannschaft. Und Spieler, die am Samstag bei der D1 nur auf der Bank saßen, dürfen ohne Einschränkung überall ran.

Nicht erlaubt: Ein Kind an einem Tag zweimal einsetzen — auch nicht in verschiedenen Mannschaften.

Im Frühjahr aufpassen: Wer bis dahin sechsmal oder öfter in der Rückrunde für die D1 gespielt hat, ist für die letzten vier Spiele der D2 gesperrt. Wenn es dort um den Klassenerhalt geht, plant man das besser rechtzeitig.

Sonderfälle

Was nicht mitzählt

  • Einsätze in einer höheren Altersklasse. Ein D-Jugendlicher, der bei der C-Jugend aushilft, verbraucht dadurch kein Kontingent und spielt sich nirgends fest. § 8 gilt nur innerhalb derselben Altersklasse.
  • Juniorinnen in Juniorenmannschaften sind von der Begrenzung ausgenommen.
  • Wettbewerbe werden getrennt gezählt. Feld-Meisterschaft, Hallen-Meisterschaft und Pokal sind jeweils eigenständig — ein Pokaleinsatz oben zählt nicht für die Meisterschaft.

Rangfolge

Welche Mannschaft ist die „höhere“?

Nicht die Spielklasse entscheidet, sondern die namentliche Meldung vor dem ersten Pflichtspieltag: D1 steht über D2, D2 über D3. Das gilt auch dann, wenn D2 und D3 in derselben Kreisklasse spielen.

Zusätzlich gilt: Eine Mannschaft mit kleinerer Sollzahl, die auf einem verkleinerten Feld spielt, ist immer untere Mannschaft. Eine D7 steht damit stets unter einer D9.

Und für das jeweils erste Pflichtspiel eines Wettbewerbs gilt eine Sonderregel: Dort dürfen unten nur so viele Spieler mitwirken, wie der nächsthöheren Mannschaft in der namentlichen Meldung zugeordnet sind.

Wenn es schiefgeht Zu viele Spieler von oben eingesetzt heißt: Geldstrafe von 15 bis 30 Euro pro Spiel und zusätzlich Spielverlust. Gewertet wird das Spiel mit 3:0 für den Gegner — hat der Gegner ohnehin mit mindestens drei Toren Unterschied gewonnen, bleibt sein Ergebnis stehen. Bei fehlender Spielberechtigung aus anderen Gründen wird es deutlich teurer, bei Vorsatz drohen Punktabzug und Sperren. Verantwortlich ist immer der Verein, nicht der Schiedsrichter.

05 — Wer darf wo spielen

Jahrgänge,
Playing Down, Mädchen

Nach oben

Eine Altersklasse höher: erlaubt, ohne Antrag

Der Einsatz in der nächsthöheren Altersklasse ist ohne Weiteres zulässig — kein Antrag, keine Genehmigung, kein Sonderspielrecht. Ein E-Jugendlicher darf also in der D-Jugend spielen. Zwei Klassen höher geht nicht; einzige Ausnahme sind C-Junioren, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, sie dürfen auch bei den A-Junioren ran.

Nach unten

Rückstufung: grundsätzlich nicht

Eine Rückversetzung in eine jüngere Altersklasse ist nicht zulässig. Ein D-Jugendlicher darf nicht in der E-Jugend spielen, auch wenn er klein ist oder spät angefangen hat.

Ausnahme nur bei einer nachgewiesenen Behinderung: Der Stammverein beantragt schriftlich über den Kreisjugendwart beim Verbandsjugendausschuss, mit fachärztlichem Gutachten. Das Sonderspielrecht gilt ausschließlich für Wettbewerbe auf Kreisebene und muss vor Spielbeginn dem Spielleiter vorgelegt werden.

Playing Down

Nur für U14 und U16

Für stark entwicklungsverzögerte Spieler gibt es seit 2025/26 das Sonderspielrecht „Playing Down“ — aber nur für die Jahrgänge U14 und U16, also die jüngeren Jahrgänge der C- und der B-Jugend. Für die D-Jugend existiert es nicht.

Ablauf: Der Verein misst zunächst selbst nach der Mirwald-Methode und trägt die Werte in ein Excel-Tool des HFV ein. Liegt das Ergebnis im Bereich, stellt er den Antrag über das e-Postfach an die Passstelle. Danach folgt ein offizieller Testtermin bei einer vom HFV zugelassenen Stelle. Die Gebühr beträgt 25 Euro und fällt auch bei negativem Ergebnis an.

Fristen: Antragszeitraum 1 vom 1. Juni bis 15. August, Spielrecht dann bis 31. Januar. Antragszeitraum 2 vom 1. Dezember bis 31. Januar, Spielrecht bis 30. Juni. Danach muss neu beantragt werden. Rechtsmittel sind nicht statthaft.

Juniorinnen

Mädchen in Jungenmannschaften

Erlaubt bis einschließlich B-Junioren, in der A-Jugend nicht mehr.

Bis einschließlich C-Junioren dürfen Spielerinnen ein Jahr älter sein als die Jungen — eine C-Juniorin darf also in einer D-Juniorenmannschaft spielen.

Für den Einsatz in B- und C-Juniorenmannschaften ist die schriftliche Einverständniserklärung des gesetzlichen Vertreters erforderlich.

Umgekehrt sollen Jungen nicht in Mädchenmannschaften spielen; über Ausnahmen entscheidet der Kreisjugendausschuss vor Rundenbeginn.


06 — Drumherum

Organisatorisches
rund ums Spiel

Vor dem Spiel

Spielbericht und Pass

  • Im gesamten Spielbetrieb — auch bei Spielfesten, Freundschaftsspielen und Turnieren — gilt der digitale Spielerpass.
  • Bei den D- und E-Junioren muss der elektronische Spielbericht spätestens 30 Minuten vor Anpfiff für den Schiedsrichter freigegeben sein.
  • Bei den E-Junioren ist der elektronische Spielbericht generell vorgeschrieben. Bei F und G darf Papier verwendet werden, sofern der Kreisjugendausschuss nichts anderes festlegt.
  • Es dürfen so viele Spieler in den Bericht übernommen werden, wie Eingabefelder vorhanden sind — eine Höchstzahl gibt die Jugendordnung nicht vor.

Nach dem Spiel

Ergebnismeldung

  • Ergebnisse und Spielausfälle sind bis 18.00 Uhr desselben Tages ins DFBnet einzupflegen.
  • Endet ein Spiel nach 17.00 Uhr, genügt die Meldung innerhalb einer Stunde nach Spielschluss.
  • In den neuen Wettbewerbsformen der G-, F- und E-Junioren dürfen keine Ergebnisse und keine Tabellen im DFBnet veröffentlicht werden. Spielausfälle sind trotzdem zu melden. Für die E-Kreisliga im 7:7 gilt das nicht — dort wird eine reguläre Tabelle geführt.

Termine

Fristen, die man kennen sollte

  • Spieljahr: 1. Juli bis 30. Juni. Spieltage sind grundsätzlich Samstag und Sonntag, Ausnahmen zulässig.
  • Mannschaftsmeldung für die kommende Saison: bis 5. Juli.
  • Freundschaftsspiele der A- bis E-Junioren müssen mindestens fünf Tage vorher vom Jugendleiter im DFBnet angelegt werden; sie gelten dann automatisch als genehmigt. Bei F und G sind Freundschaftsspiele nicht mehr möglich.
  • Turniere sind mindestens zwei Wochen vorher beim Kreisjugendwart zu beantragen und müssen zu diesem Zeitpunkt bereits im DFBnet erfasst sein.
  • Hallenrunde: Meldung bis 20. September, Teilnahme freiwillig. A bis D spielen Futsal, die E-Jugend Hallenfußball, F und G Spielfeste ohne Wettkampfcharakter.
  • Zweitspielrecht kann nur zwischen 1. Juli und 31. März erteilt werden, vom 1. April bis 30. Juni ist es ausgeschlossen.

Schiedsrichter

Wer pfeift?

  • Für A- bis E-Junioren werden nach Möglichkeit geprüfte Verbandsschiedsrichter angesetzt. Ist keiner verfügbar, muss der Heimverein einen Schiedsrichter stellen — eine Spieldurchführung nach Fair-Play-Richtlinien ohne Schiedsrichter ist in diesen Altersklassen ausdrücklich nicht zulässig.
  • Bei F- und G-Junioren werden keine Schiedsrichter angesetzt. Stattdessen stellt jede Mannschaft einen Feldbetreuer, der sie durch das Turnier begleitet.
  • Bei Turnieren der A- bis D-Junioren stellt der Kreisschiedsrichterausschuss Schiedsrichter; die Kosten trägt der ausrichtende Verein.
Und die wichtigste ungeschriebene Regel: In den neuen Wettbewerbsformen spielen die Kinder allein — ohne Anleitung von der Seitenlinie. Betreuer helfen beim Wechseln, in den Trinkpausen und bei Unklarheiten. Das steht so wörtlich in den Durchführungsbestimmungen und ist keine Empfehlung, sondern Teil des Regelwerks.

Quellen

Alle Angaben stammen aus den offiziellen Regelwerken des Hessischen Fußball-Verbands, Stand August 2026. Im Zweifel gilt immer das Originaldokument.

  1. HFV-Jugendordnung, Stand 1. Juli 2026 — §§ 8, 11, 12, 13, 14, 22, 23, 24 · hfv-online.de/satzung-und-ordnungen
  2. Durchführungsbestimmungen D-Junioren 2026/27 — Spielfeldmaße, Ballgrößen · hfv-online.de/regelwerk-junioren
  3. Durchführungsbestimmungen E-Junioren Liga 7:7 2026/27 — letztmalige Saison, Abseitsregel aufgehoben · hfv-online.de/regelwerk-junioren
  4. Durchführungsbestimmungen G-, F- und E-Junioren „Neue Wettbewerbsformen“ 2026/27 — Spielformen, Rotation, Schusszonen, Ballgrößen · hfv-online.de/regelwerk-junioren
  5. Durchführungsbestimmungen Kreis Rheingau-Taunus 2026/27, Kreisjugendausschuss, Rüdesheim, 12. Juli 2026 — Staffeln, Wechselregel, Fristen · hfv-online.de/regelwerk-junioren
  6. HFV-Strafordnung, Stand 1. Juli 2026 — §§ 9, 31 (Spielwertung und Strafen)
  7. DFB-Jugendordnung, Stand 1. April 2026 — § 8a und Anhang IV „Bestimmungen für Spiele auf Kleinfeld“ · dfb.de
  8. Fußballregeln, Regel 2 „Der Ball“ — Umfang und Gewicht des Spielballs Größe 5
  9. Playing Down — Verfahren, Fristen und Formulare · hfv-online.de/regelwerk-junioren
Klassenleiter im Kreis Rheingau-Taunus: A- und C-Junioren Norbert Kremer, B-Junioren Rebecca Petry, D-Junioren Oliver Kopton, E- bis G-Junioren Alexander Stolze. Die Kontaktdaten stehen in den Durchführungsbestimmungen des Kreises.
Ohne Gewähr Diese Seite fasst die Regelungen für den Alltag zusammen und ersetzt die Originaldokumente nicht. Verbindlich sind allein Jugendordnung, Strafordnung und die Durchführungsbestimmungen des HFV und des Kreises in ihrer jeweils gültigen Fassung. Fehler gefunden oder etwas veraltet? Melde Dich beim Vorstand, dann korrigieren wir es.